Naturschauspiel am Untersberg- Wenn man nicht wüßte, dass man in Bayern an der Bayerisch- Österreichischen Grenze ist dann würde man sich in das Amazonas-Gebiet nach Brasilien versetzt, wo zwei Amazonasströme zusammenfließen...

Naturschauspiel am Untersberg

Wasser des Weißbaches färbt sich tiefrot!

Wenn man nicht wüßte, dass man in Bayern an der Bayerisch- Österreichischen Grenze ist, dann würde man sich in das Amazonas-Gebiet nach Brasilien versetzt fühlen, wo zwei Amazonasströme zusammenfließen. Der eine extrem rot gefärbt und der andere türkis, ein besonderes Farbenspektakel ins Wasser gemahlt, doch wir sind am Gebirgsbach dem Weißbach bei Marktschellenberg der diese extrem Rotfärbung seit wenigen Stunden trägt.
Was ist die Ursache?
Zunächst befürchteten Autofahrer und Anwohner es sei ein Umweltskandal passiert und verständigten die Polizei man vermutete und ermittelte in alle Richtungen, da so eine Rotfärbung für den Weißbach, der sonst klarstes Gebirgswasser vom Untersberg ins Tal bringt, nicht bekannt war und ist. Folgte man dem Bachlauf, der sich in einigen Kilometern Richtung Berg dann in eine Klamm verwandelt, wo Wasser bis zu 15 Meter hohe Wasserfälle hinabstürzten, dann fühlt man sich fast in den Mekong nach Vietnam versetzt, dieser Strom ist bekannt für seine rote Färbung doch so etwas in Bayern ist nicht bekannt. Und so wurde nach der Ursache gesucht und die wurde dann auch gefunden.

Felssturz mit riesigen Ausmaß

Ursache ist ein vor etlichen Tagen am Talschluss am Untersberg abgegangener Felssturz, der gigantische Ausmaße hat. Erst wenn man in gefährlicher und mühsamer Weise sich dem Berg auf einem seiner vielen Ausläufer nähert und dazu etliche Höhenmeter aufstiegt hat man freie Sicht auf das Naturereignis. Ein riesiger Felssturz hat dem Untersberg Unmengen an Gesteinsmassen abgerungen und sie ins Tal stürzen lassen. Die nun strak einsetzende Schneeschmelze förderte nun die Segmente die den Bach so extrem verfärbt ins Gebirgsbachwasser und dann weiter ins Tal. Über mehrere Kilometer stürzen die roten Wassermassen nun ins Tal bis sie sich an der ehemaligen Grenze in Marktschellenberg in die Königsseeache ergießen und dann mit dem Wasser vermischt werden. Doch auch die Salzach, die wenige Kilometer weiter flussabwärts dann die Königsseeache aufnimmt, hat eine Rotfärbung erhalten. Der Felssturz hat gigantische Ausmaße, nach ersten Schätzungen dürfte er rund 60 bis 70 Meter breit und über 120 Meter hoch sein und das bedeutet tausende Kubikmeter Geröll und Gestein die ins Tal gedonnert waren.

Sind die Fische in Gefahr?
Die Angler befürchten nun das die vielen Sedimente gerade den Jungfischen stark zusetzen den die Sedimenteile die im Wasser sind können die Kiemen der Fische angreifen und sie gefährden. So überlegt man in Anglerkreisen eventuell gegen das Einbringen der Sedimente ins Wasser vorzugehen. Jedoch in dem extremen alpinen Gelände ist dies wohl sehr schwer umsetzbar. Auch der Wanderweg von der Toni Lenz Hütte über den Dopplersteig zum Schellenberger Sattel dürfte in Mitleidenschaft gezogen worden sein, den die Abrisskante befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Wanderweg. Um dies zu prüfen, muss jedoch zunächst in der kommenden Woche die Polizei mit dem Hubschrauber einen Sichtflug durchführen um es sich aus der Luft anzusehen, was genau betroffen ist.
Ein seltenes Naturschauspiel
Für viele Menschen wird es wohl ein Ausflugsziel sein sich dieses einmalige Naturschauspiel in natura anzusehen.
Es wird jedoch dringend davon abgeraten sich zu weit in das extreme alpine Gelände des Weißbaches zu begeben, da es nicht für ungeübte Bergsteiger geeignet ist!

Bericht und Bilder: AKTIVNEWS