...für Menschen mit Beeinträchtigung

Betreutes Wohnen in Familien

Kathrin Weber und Robert Hehenberger
Kathrin Weber und Robert Hehenberger

...für Menschen mit Beeinträchtigung
Eine Bereicherung für sozial engagierte Menschen
„Es muss ein Geben und Nehmen sein – eben wie in einer Familie oder einer anderen Wohngemeinschaft“, so die Aussage eines Mitarbeiters des Sozialpsychiatrischen Zentrums in Bad Reichenhall über das Projekt „Betreutes Wohnen in Familien“.
Eine seelische Erkrankung kann jeden treffen. Umso besser, dass es Menschen gibt, die einen Betroffenen bei sich aufnehmen und begleiten. Manche von einer psychischen Erkrankung Betroffene erfahren im Umfeld mitfühlender Menschen die bestmögliche Integration in das gemeindliche Leben. Dass dieses Modell funktioniert, beweisen die in den Landkreisen BGL und Traunstein seit mehr als 10 Jahren vom Projekteverein erfolgreich durchgeführten Betreuungen.

Im Betreuten Wohnen in Familien (BWF) werden Menschen mit chronischen psychischen Beeinträchtigungen und langfristigem Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung ihres Alltags von Privatpersonen (einer Familie, einem Paar oder einer Einzelperson) unterstützt und dauerhaft begleitet.
Diese Form der Betreuung ermöglicht den Betroffenen ein hohes Maß an Normalität und individueller Freiheit in der Lebensgestaltung. Gleichzeitig bietet sie aber auch die Sicherheit, im Bedarfsfall jederzeit auf die Hilfe eines vertrauten Ansprechpartners zurückgreifen zu können. In diesem Sinne ist das BWF ein Musterbeispiel für größtmögliche Inklusion. Die konkrete Ausgestaltung der dabei entstehenden Arrangements ist so bunt und vielfältig wie die Lebensstile und individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse der Klienten und ihrer Gastgeber.
Zitat eines Bewohners: „Ich wollte wieder ein selbständiges Leben führen. Und das war eine Chance.“
Die Gastgeber bieten ihre Hilfe und Unterstützung an und stehen als Ansprechpartner für die kleinen und großen Nöte und Probleme des Alltags zur Verfügung. Gastfamilien müssen keine fachliche Ausbildung haben, sondern bereit und in der Lage sein, den neuen Mitbewohner in das Familienleben mit einzubeziehen. Sie erbringen durch diese Form der Betreuung eine soziale Dienstleistung, für die sie im Rahmen der Betreuungspauschale auch entlohnt werden, nehmen aber nicht die Rolle eines professionellen Helfers oder Therapeuten ein.
Einige der betreuenden Gastgeber wollten sich, nachdem die Kinder ausgezogen oder die Eltern z.B. in ein Heim umgezogen oder verstorben sind, sinnvoll sozial engagieren und haben sich für eine Betreuung angeboten.
In manchen Fällen leben die Klienten in einer eigenen Wohneinheit innerhalb der Hausgemeinschaft, bleiben überwiegend für sich und holen sich nur im konkreten Bedarfsfall Hilfe und Unterstützung von ihren Gastgebern. In anderen Fällen leben die Gastbewohner direkt im Haushalt mit und werden zu einem festen und selbstverständlichen Teil ihrer Gastgeber. Wichtig für mögliche Interessenten ist die Bereitschaft, im Rahmen der Hausgemeinschaft eine persönliche Beziehung anzubieten.
Zitat einer Gastgeberin: „Meine Aufgabe ist einfach das Da-Sein“
Aufgrund der zunehmenden Nachfrage wird dieses sozialpsychiatrische Angebot nun vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Projekteverein der AWO im Landkreis BGL sowie im südlichen Landkreis Traunstein ausgebaut, Robert Hehenberger und Kathrin Weber leiten dieses Projekt.
Sie sorgen u.a. auch dafür, dass die passenden Gastgeber und Klienten zueinander finden und unterstützen beide Seiten im Betreuungsalltag.
Damit das Zusammenleben dauerhaft funktionieren kann, ist vor allem wichtig, dass die Vorstellungen und Möglichkeiten beider Seiten zueinander passen. Die Auswahl geeigneter Gastgeber und Klienten und die Suche nach passenden Konstellationen stellt, entsprechend eine zentrale Aufgabe der Mitarbeiter des begleitenden Fachdienstes dar.
Am Anfang jedes Betreuungsverhältnisses steht eine Phase des Kennenlernens und Probewohnens. Denn sowohl Klient als auch der oder die Gastgeber brauchen einige Zeit, um ein Gefühl füreinander zu entwickeln und sich gegenseitig einschätzen zu lernen.
Aber auch auf Geschwisterebene ist das betreute Wohnen in Familien möglich.
Der Bezirk Oberbayern übernimmt als Kostenträger das steuerfreie Betreuungsgeld für die Gastgeber in Höhe von 550 € sowie die Miete für den zur Verfügung gestellten Wohnraum. Die Kosten für die Verpflegung werden vom Bewohner grundsätzlich selbst übernommen.
Darüber hinaus haben Gastgeber Anspruch auf dreißig Tage Urlaub im Jahr.
Abschließend ein Zitat eines Bewohners: „Es war schön zu merken, dass man für andere Menschen von Bedeutung ist“.
Aufgrund verschiedener Anfragen suchen wir derzeit im Raum Marktschellen-berg, insbesondere auch im ländlichen Bereich, geeignete Gastgeber für das Betreute Wohnen in Familien. Sollten Sie sich dafür interessieren, bei Ihnen Zuhause jemand aufzunehmen oder Fragen zu diesem Projekt haben, können Sie sich gerne mit Frau Weber und Herrn Hehenberger in Verbindung setzen.
Betreutes Wohnen in Familien
Sozialpsychiatrischer Dienst BGL
Tel.: 08654 - 770 447 1 mobil: 0176 / 633 127 52
E-Mail:
familienpflege.bgl@projekteverein.de

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